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S5-Retrofit: von SIMATIC S5 auf S7-1500

Ihre Anlage läuft mechanisch einwandfrei, aber die Steuerung ist eine SIMATIC S5. Ersatzteile kommen aus Restbeständen, das STEP-5-Programm versteht kaum noch jemand, und die Schaltpläne existieren nur auf Papier. Wir migrieren die Steuerung auf S7-1500 — ohne die Mechanik anzufassen.

Unsere Leistungen im Detail

Die SIMATIC S5 ist seit Jahren abgekündigt. Wer heute noch eine S5 betreibt, hält sie über Restbestände, Gebrauchtmarkt und Aufarbeitung am Leben — mit steigenden Preisen und ohne Gewährleistung. Der kritische Punkt ist selten die CPU selbst: Es sind die Baugruppen, die Speichermodule und ein Programmiergerät, das STEP 5 überhaupt noch sprechen kann.

Ein S5-Retrofit ist technisch etwas anderes als eine Migration innerhalb der S7-Familie. Es gibt keinen belastbaren automatischen Weg von STEP 5 nach TIA Portal: Adressierung, Bausteinlogik und Peripherieanbindung unterscheiden sich grundlegend. Das Programm wird deshalb nicht konvertiert, sondern anhand der Anlagenfunktion neu aufgebaut — sauber strukturiert nach IEC 61131-3, statt eine gewachsene AWL-Logik mitsamt ihrer Altlasten zu übernehmen.

Genau das ist der zweite Gewinn neben der Ersatzteilsicherheit: Nach dem Retrofit existiert die Anlagenfunktion erstmals wieder dokumentiert. Bei S5-Anlagen fehlen aktuelle Schaltpläne fast immer, oder sie bilden einen Stand ab, der über Jahrzehnte durch Änderungen im Feld überholt wurde. Wir nehmen den Ist-Zustand vor Ort auf und überführen ihn in eine EPLAN-Konstruktion, die zur gebauten Anlage passt.

Der Aufwand ist ehrlicherweise höher als bei einem S7-300-Retrofit — dafür ist das Ergebnis eine Anlage auf einer Plattform, die über die nächsten Jahrzehnte lieferbar bleibt, mit Fernwartungszugang, Diagnose und Datenanbindung, die mit der alten Hardware nie möglich waren.

Fachartikel: Retrofit statt Neukauf — wann sich die Modernisierung lohnt

Leistungsumfang

  • Bestandsaufnahme vor Ort inklusive Verdrahtung
  • Auslesen und Auswertung des STEP-5-Programms
  • Funktionsbeschreibung als Basis für den Neuaufbau
  • Neues Steuerungsprogramm im TIA Portal (S7-1500)
  • Peripherie auf ET 200SP, Feldverdrahtung bleibt erhalten
  • Neuer Schaltschrank nach IEC 61439
  • Aktuelle EPLAN-Dokumentation statt Papierstand
  • Offline-Simulation vor dem Wartungsfenster
  • Umbau und Inbetriebnahme im geplanten Stillstand
  • Fernwartungszugang und Diagnose ab Werk
Steuerungsmodernisierung: alte SIMATIC-S5-Technik und neue S7-1500-Steuerung im Vergleich
Neu aufgebauter Schaltschrank nach dem S5-Retrofit einer Bestandsanlage

Warum ein S5-Retrofit aufwändiger ist als ein S7-Retrofit

Bei einer Migration von S7-300 auf S7-1500 lässt sich ein großer Teil der Programmlogik übernehmen; die Arbeit steckt in Hardwarekonfiguration, Kommunikation und Visualisierung. Bei einer S5 ist das anders: Es gibt keinen tragfähigen Konvertierungspfad, und die Anlagenfunktion muss aus Altprogramm, Bestandsunterlagen und Beobachtung im Betrieb rekonstruiert werden.

Deshalb behandeln wir beide Fälle getrennt — mit unterschiedlichem Vorgehen und unterschiedlicher Aufwandsschätzung. Wer eine S7-300 oder S7-400 modernisieren will, findet den passenden Weg auf der eigenen Seite dazu.

So läuft ein S5-Retrofit ab

Am Anfang steht ein Termin an der Anlage. Wir erfassen Baugruppen, Klemmenbelegung und Signale, lesen das STEP-5-Programm aus und sprechen mit den Menschen, die die Maschine täglich bedienen — sie kennen die Sonderfälle, die in keinem Plan stehen. Daraus entsteht eine Funktionsbeschreibung, die Sie freigeben, bevor programmiert wird.

Danach laufen Elektrokonstruktion, Schaltschrankbau und Programmierung parallel bei uns im Haus, während Ihre Anlage weiterproduziert. Die Software wird offline simuliert und, wo möglich, gegen die neue Hardware getestet. Erst dann kommt das Wartungsfenster: umklemmen, Signale prüfen, in Betrieb nehmen, übergeben.

Sie erhalten am Ende Quellcode, Funktionsbeschreibung, EPLAN-Unterlagen und Prüfprotokoll — die Grundlage dafür, dass Ihre Instandhaltung die Anlage künftig selbst betreuen kann.

Häufige Fragen

Lässt sich ein STEP-5-Programm automatisch nach TIA Portal konvertieren?

Nicht verlässlich. Zwischen STEP 5 und TIA Portal unterscheiden sich Adressierung, Bausteinstruktur und Peripherieanbindung so grundlegend, dass eine automatische Übersetzung bestenfalls ein Gerüst liefert — und im schlechteren Fall Fehler übernimmt, die niemand mehr nachvollziehen kann. Wir werten das Altprogramm aus, halten die Anlagenfunktion in einer Funktionsbeschreibung fest und bauen die Steuerung darauf neu auf. Das kostet mehr Zeit als eine Konvertierung, liefert aber Code, den Ihre Instandhaltung lesen kann.

Muss beim S5-Retrofit die gesamte Feldverdrahtung neu gezogen werden?

In der Regel nicht. Die Verdrahtung zwischen Schaltschrank und Feld — Sensorik, Aktorik, Motorleitungen — bleibt üblicherweise erhalten. Ausgetauscht werden Steuerung, Peripheriebaugruppen und typischerweise der Schaltschrankaufbau. Was tatsächlich bleiben kann, entscheidet die Bestandsaufnahme: Zustand der Leitungen, Klemmenqualität und die Frage, ob die vorhandene Belegung normgerecht dokumentierbar ist.

Wie lange steht die Anlage beim S5-Retrofit still?

Der eigentliche Umbau findet in einem geplanten Wartungsfenster statt. Weil wir Schaltschrank und Programm vorher komplett aufbauen und die Software offline simulieren, beschränkt sich die Zeit an der Anlage auf Umklemmen, Signaltest und Inbetriebnahme. Den konkreten Rahmen legen wir nach der Bestandsaufnahme fest — er hängt vor allem an der Zahl der Feldsignale und daran, wie gut der Bestand dokumentiert ist.

Was passiert, wenn keine Schaltpläne der Altanlage mehr existieren?

Das ist bei S5-Anlagen eher die Regel als die Ausnahme. Wir nehmen den Ist-Zustand vor Ort auf — Klemmenbelegung, Baugruppen, Signale — und überführen ihn in eine EPLAN-Konstruktion. Sie erhalten damit erstmals seit Jahren wieder Unterlagen, die zur tatsächlich gebauten Anlage passen. Dieser Aufnahmeaufwand gehört zum Projekt und wird in der Bestandsaufnahme abgeschätzt.

Lohnt sich der Aufwand gegenüber einer neuen Maschine?

Wenn die Mechanik in gutem Zustand ist, fast immer. Beim Retrofit ersetzen Sie Steuerung, Schaltschrank und Dokumentation — also den Teil, der veraltet ist — und erhalten Grundmaschine, Werkzeuge und eingespielte Prozesse. Den konkreten Vergleich rechnen wir nach der Bestandsaufnahme gegen ein Neuanlagen-Angebot durch, damit die Entscheidung auf Zahlen steht und nicht auf Bauchgefühl.

Auf welche Steuerung migriert EVO eine S5?

Standardweg ist Siemens S7-1500 mit Peripherie auf ET 200SP, programmiert im TIA Portal. Wenn Ihr Betrieb bereits auf einer anderen Plattform standardisiert ist — etwa Beckhoff TwinCAT — migrieren wir auch dorthin. Die Beratung ist herstellerunabhängig; ausschlaggebend ist, was Ihre Instandhaltung dauerhaft warten kann.

Standort

Unser Standort im Schwarzwald

Unterbergenweg 25, 78655 Dunningen-Seedorf

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